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Tipp des Tages Nr. 4

Begriffserklärung

 

Adipositas

Bei Adipositas, zu deutsch Fettleibigkeit oder Fettsucht, handelt es sich um starkes Übergewicht, das durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist. Übergewicht und Adipositas stellen das weltweit am schnellsten wachsende Gesundheitsrisiko dar und sind somit die Hauptgesundheitsprobleme unserer Gesellschaft.

Bauchumfang

Neben dem Body-Mass-Index (BMI) wird heute bei der Beurteilung des Gewichts zusätzlich auf die Verteilung des Körperfetts geachtet. Eine „birnenförmige“ Fettverteilung an Hüften, Gesäß und Oberschenkel wird eher als wenig risikoreich für die Gesundheit betrachtet. Im Unterschied dazu ist eine „apfelförmige“ Körperfettverteilung um die Bauchmitte durchaus mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Gemessen wird der Bauchumfang an der dicksten Stelle, die meist nahe beim Nabel liegt.

Bewegungsintervention

Bei einer Bewegungsintervention wird Bewegung als Maßnahme eingesetzt, um bei den teilnehmenden Personen eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu bewirken.

BEWEGT GESUND - Dokumentationsformular

Der Arzt erhält das BEWEGT GESUND-Dokumentationsformular von der WGKK und dokumentiert neben der Nummer des ausgegebenen Verordnungsscheins, den Namen des Patienten, sowie dessen SV-Nummer.

Blutdruck

Als Blutdruck (Abkürzung RR) bezeichnet man den Druck des Blutes in einem arteriellen Blutgefäß. Im Normalfall wird der Blutdruck am Oberarm gemessen. Die Angabe des Blutdrucks erfolgt als Zahlenpaar, wobei man den maximalen Wert als systolischen und den minimalen als diastolischen Druck bezeichnet, z.B. 120 zu 80.

BMI (Body-Mass-Index)

Der Body-Mass-Index ist eine Verhältniszahl zur Beurteilung des Körpergewichtes. Die international übliche Klassifikation von Adipositas orientiert sich am BMI.

Mit der folgenden Formel kann man den BMI berechnen:

 

Beispiel: Gewicht 80 kg, Körpergröße 1,75 cm

80 : (1,75x1,75) = 26,1; BMI 26

 

Oder Sie verwenden den "Fit für Österreich" BMI-Rechner: 

 BMI-Rechner

Cholesterin

Cholesterin ist ein Fettbaustein des Körpers. Cholesterin wird einerseits durch die Nahrung aufgenommen und andererseits vom Körper selbst produziert. Der Cholesterinwert wird im Blut bestimmt. Sind die Blutfettwerte über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht, kann es zu Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und in Folge zu Herzinfarkten und Schlaganfällen kommen.

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus, umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bezeichnet, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch eine dauernde Erhöhung der Blutzuckerkonzentration gekennzeichnet ist. Der erhöhte Blutzuckerspiegel kann durch Insulinmangel und/oder durch die verminderte Wirksamkeit des Insulins (= Insulinresistenz) verursacht werden.

 

Die Entstehung eines Typ 2-Diabetes wird durch eine fettreiche, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck und durch ein höheres Lebensalter begünstigt. Übergewicht gilt dabei als ein besonders wichtiger Faktor.

Diabetes mellitus Typ 2 tritt in 80% der Fälle im Rahmen eines metabolischen Syndroms auf, häufig mit Adipositas, Bluthochdruck und erhöhten Blutfetten.

Es besteht ein hohes Risiko für Folgeschäden wie Erblindung, Nierenversagen, Nervenschädigungen, diabetisches Fußsyndrom, Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

Mit regelmäßiger Bewegung kann die Insulinresistenz durchbrochen und somit der Blutzuckerspiegel positiv beeinflusst werden. Aber auch andere Begleiterkrankungen wie Übergewicht, erhöhter Blutdruck oder erhöhte Blutfette werden positiv beeinflusst, das Thromboserisiko wird reduziert und gleichzeitig wird das Herz-Kreislauf-System trainiert.

Disease Management Programm (DMP) „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“

Disease Management bedeutet wörtlich übersetzt „Krankheitsmanagement“. „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ ist ein Langzeitbetreuungsprogramm für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Speziell geschulte Ärzte legen gemeinsam mit dem Diabetiker eine auf seine persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Behandlung fest. Außerdem erhalten sie Schulungen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Dabei spielt die aktive Teilnahme der Patienten eine entscheidende Rolle – die Bereitschaft, z.B. durch Lebensstiländerungen an der Verbesserung ihrer Blutzuckerwerte mitzuwirken, um somit langfristig die Lebensqualität zu erhöhen.

 

Die Teilnahme am Programm ist sowohl für Ärzte als auch für Patienten freiwillig.

Ziele von „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“:

  • Erreichung einer optimalen Blutzuckereinstellung 
  • Vermeidung bzw. Verzögerung von Folgeschäden: Erblindung, Nierenversagen, Nervenschädigungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, diabetisches Fußsyndrom, etc.
  • Vermeidung von Nebenwirkungen der Therapie (z.B. Unterzuckerung)
  • Motivation zur aktiven und eigenverantwortlichen Mitarbeit

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter

www.therapie-aktiv.at

www.wgkk.at → Vorsorge

Telefonhotline: 01/60122-3800

Einschlusskriterien

Die Einschlusskriterien sind jene Werte, anhand derer bestimmt wird, ob Patienten am Projekt teilnehmen können. Der Arzt kann dem Patienten einen Verordnungsschein ausstellen, wenn er die folgenden Parameter aufweist:

  • Body-Mass-Index (BMI) über 25 
  • Bauchumfang größer als 88 cm (Frauen) bzw. größer als 102 cm (Männer) 
  • Erhöhter Blutdruck (Ermessen des Arztes)
  • Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2

„Fit für Österreich“

„Fit für Österreich“ ist eine Initiative des Sportministeriums, der Österreichischen Bundes-Sportorganisation und der Sport-Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION.

 

Das Ziel von „Fit für Österreich“ ist es, die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Österreicher mit Sport und Bewegung zu verbessern.

 

In ganz Österreich werden flächendeckend viele Möglichkeiten geboten, gesunden Sport zu betreiben. Gesundheitsorientierte Bewegungsangebote sind praxisnahe und fördern einen freudvollen Zugang zu Bewegung. Diese Bewegungsangebote erkennt man am „Fit für Österreich“ Qualitätssiegel. Mehr Informationen finden Sie unter www.fitfueroesterreich.at

Koronare Herzerkrankung (KHK)

Unter einer koronaren Herzerkrankung versteht man eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. In den meisten Fällen wird sie durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) hervorgerufen. Die Folge ist eine Beeinträchtigung der Durchblutung und damit eine verminderte Sauerstoffversorgung der Herzmuskulatur. Die KHK kann zu Herzinfarkten und Herzinsuffizienz und in deren Folge zum Tod führen.

Metabolisches Syndrom

Unter dem Begriff „Metabolisches Syndrom“ versteht man das Zusammenwirken von erhöhtem Blutdruck, erhöhtem Körpergewicht, gestörter Insulinresistenz und erhöhten Blutfetten (zu hohe Cholesterinwerte).

Vorstufen dieser Erkrankung verlaufen zumeist ohne Symptome und können nur durch Messung bestimmter Werte, etwa Body-Mass-Index oder Blutdruck, ermittelt werden.

Orthopädische Erkrankung

Unter orthopädischen Erkrankungen fasst man Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparates, also der Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen zusammen.

Parameter

Ein Parameter ist eine charakterisierende Eigenschaft, eine sogenannte Kenngröße. Die Parameter, die im Rahmen von BEWEGT GESUND erhoben werden, sind:

  • Body-Mass-Index (BMI)
  • Bauchumfang
  • Blutdruck
  • Cholesterin
  • Bei Diabetikern: HbA1c-Wert

Pilotprojekt BEWEGT GESUND

Ein Pilotprojekt ist ein Leitprojekt für zukünftige Projekte, in dem Fragen der Akzeptanz, der Umsetzung, Wirtschaftlichkeit u.ä. getestet werden.

 

Im Zeitraum September 2007 bis Juni 2008 wurde das Pilotprojekt BEWEGT GESUND durchgeführt. Allgemeinmediziner und Internisten im 10. und 15. Bezirk, mit einem Vorsorgeuntersuchungsvertrag, konnten an dem Projekt teilnehmen und den Patienten/Versicherten die ein erhöhtes Risiko aufwiesen (BMI über 25 und/oder Bauchumfang mehr als 88 cm bei Frauen bzw. 102 cm bei Männern) im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung Bewegung mittels eines eigenen Verordnungsscheines verordnen. Nicht am Projekt teilnehmen konnten Personen mit bereits manifesten Erkrankungen (Bluthochdruckpatienten mit erhöhtem Risiko, Patienten mit koronaren Herzerkrankungen, Patienten mit orthopädischen Erkrankungen). Die in das Projekt eingeschriebenen Patienten erhielten vom Arzt einen Verordnungsschein und eine Broschüre mit den in Frage kommenden Sportvereinen und Bewegungsangeboten, die der Patient in Anspruch nehmen kann. Der Verordnungsschein diente gleichzeitig als Gutschein über € 35,00 pro Semester, der bei den entsprechenden Sportvereinen eingelöst werden konnte, wenn der Patient bei den Kursen eine Anwesenheitsquote von mindestens 75 % erfüllt hatte. Zu Beginn des 2. Semesters konnte sich der Patient erneut einen Verordnungsschein ausstellen lassen um für ein weiteres Semester einen Zuschuss von € 35,00 Euro zu erhalten.

 

„Therapie Aktiv“ - Arzt

Durch eine spezielle Fortbildung sind die „Therapie Aktiv“-Ärzte berechtigt, Patienten in das DMP einzuschreiben und zu betreuen. Zur Teilnahme berechtigt sind Allgemeinmediziner und Fachärzte für Innere Medizin.

Eine Liste mit den „Therapie Aktiv“-Ärzten, die regelmäßig aktualisiert wird, kann unter www.therapie-aktiv.at abgerufen bzw. über die Telefonhotline 01/60122-3800 bezogen werden.

Vereinsjahr

Ein Vereinsjahr in einem Sportverein besteht in der Regel aus 2 Semestern. Das Wintersemester startet im September und endet mit Februar (manchmal auch schon Ende Jänner). Das Sommersemester beginnt im März und endet zumeist mit Ende Juni. Die genauen Zeiten sind im jeweiligen Verein bzw. Kurs zu erfragen.

Verordnungsschein

Der BEWEGT GESUND-Verordnungsschein sieht auf den ersten Blick gleich aus wie ein herkömmlicher Verordnungsschein.

 

Auf der Vorderseite werden die Versicherungsnummer, der Name und die Anschrift des Patienten, der Name des Versicherten und die Beschäftigung vermerkt. Darunter werden die Parameter des Patienten eingetragen (Blutdruck, BMI, Bauchumfang, Diabetiker ja/nein – wenn ja HbA1c, Cholesterin und Raucherstatus). Außerdem muss der Patient unterzeichnen, dass er über die Kostenersatzmodalitäten (€ 70,00 bei mindestens 75 % Anwesenheit) aufgeklärt wurde und mit der Datenverwendung zum Zweck wissenschaftlicher, statistischer Auswertungen einverstanden ist.

 

Auf der Rückseite muss der Übungsleiter jede vom Patienten absolvierte Übungseinheit mit seiner Unterschrift (bzw. seinem Kürzel) bestätigen.

 

Der Patient erhält vom Arzt diesen Verordnungsschein, mit dem der Patient nach Kursende bei der WGKK um die Rückerstattung von € 70,00 ansuchen kann.

Vertragsarzt

Vertragsärzte sind freiberuflich tätige Ärzte, die mit dem Krankenversicherungsträger einen Einzelvertrag im Sinne des ASVG abgeschlossen haben.

 

Die Beziehungen zwischen den Krankenversicherungsträgern und den freiberuflich tätigen Ärzten werden durch Gesamtverträge und Einzelverträge geregelt. Der Gesamtvertrag wird durch den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und der örtlich zuständigen Ärztekammer geschlossen. Gültigkeit für den einzelnen Vertragsarzt bekommt der Gesamtvertrag erst durch Abschluss eines Einzelvertrages des Arztes mit dem Krankenversicherungsträger. Dieser enthält Vereinbarungen über Standort der Ordination, Öffnungszeiten, Vertretung des Arztes, etc.

Jeder Arzt, der einen solchen Vertrag abschließt, ist ein Vertragsarzt.

Vorsorgearzt

Vorsorgeärzte sind alle Vertrags- und Wahlärzte, die die Vorsorgeuntersuchung anbieten.

Vorsorgeuntersuchung

Die Vorsorgeuntersuchung ist ein für den Patienten kostenloses Gesundheitsservice der österreichischen Sozialversicherungsträger und richtet sich an alle Personen ab 18 Jahren. Die Vorsorgeuntersuchung berücksichtigt die häufigsten beeinflussbaren Gesundheitsrisiken, mit denen die heutige Gesellschaft konfrontiert ist, wie Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel.

Wahlarzt

Wahlärzte sind freiberuflich tätige Ärzte, die keinen Vertrag im Sinne des ASVG haben. Sie können daher nur als Privatärzte in Anspruch genommen werden. Der Versicherte hat das Honorar zunächst selbst zu zahlen, kann jedoch mit der erhaltenen Honorarnote beim zuständigen Krankenversicherungsträger einen Antrag auf Rückerstattung der Behandlungskosten stellen.


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